Montagnachmittag, spätsommerlich warm, und ich bin auf dem Weg zur Eisdiele. 🍦 Auf dem Radar liegt eine Woche, in der ziemlich viel gleichzeitig passiert ist.
Der Monatswechsel ist bei Banken selten ein Zufallsdatum. Verträge laufen zum Monatsletzten aus, neue Preise gelten ab dem Ersten. Genau das hat sich diese Woche abgespielt, und zwar in beide Richtungen: Zwei Anbieter sind teurer geworden, einer zahlt mehr Zinsen, und drei Lockangebote sind still verschwunden.
Drei Dinge sind bei mir hängen geblieben.
Das Wichtigste in Kürze
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N26 verlangt seit dem 2. September wieder 0,90 Euro pro Trade. Kostenlos bleibt es nur mit Go (3 Trades im Monat) oder Metal (10).
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Scalable hat am 1. September den Tagesgeldzins auf 2,60 Prozent gehoben und ein Festgeld gestartet, gleichzeitig aber den Handel über gettex verdoppelt.
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Drei Aktionszinsen sind zum 31. August ausgelaufen. Wer nichts tut, bekommt bei Advanzia jetzt 1,51 statt 3,76 Prozent.
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Der nächste Termin steht schon: Am 10. September entscheidet die EZB über die Zinsen.
1. N26 verlangt wieder Geld fürs Handeln
Anderthalb Jahre lang war der Wertpapierhandel bei N26 kostenlos, und die Bank hat kräftig damit geworben: der einzige Anbieter in Europa mit komplett gebührenfreiem Handel. Seit dem 2. September ist damit Schluss. Jeder Kauf und Verkauf von Aktien, ETFs und ETCs kostet 0,90 Euro.
Leicht zu überlesen: Es hängt am Kontomodell. Mit N26 Go hast du drei kostenlose Trades im Monat, mit N26 Metal zehn. Wer das kostenlose Standard-Konto oder Smart nutzt, zahlt ab dem ersten Trade. Sparpläne bleiben ohne Ausführungsgebühr.
Der einzige Broker Europas ohne Handelsgebühren war ein Verkaufsargument. Jetzt ist es ein Satz von gestern.
Für Sparplan-Sparer ändert sich praktisch nichts. Wer aber ein paar Mal im Monat einzeln kauft und beim kostenlosen Konto ist, zahlt plötzlich zwei bis drei Euro monatlich für etwas, das vorher gratis war. Die ganze Rechnung steht in meinem Beitrag zur neuen N26-Ordergebühr.
Der Punkt dahinter: N26 nennt keinen Grund, aber zwei Monate nach dem Ende von Payment for Order Flow wirkt das Timing kaum zufällig. Die Einnahmequelle ist weg, die Kosten bleiben, also zahlt sie jetzt jemand anders.
2. Scalable: mehr Zinsen, teurerer Handel, alles am selben Tag
Bei Scalable Capital ist zum 1. September gleich ein ganzes Paket in Kraft getreten, mit guten und mit schlechten Nachrichten.
Die gute Richtung
Der Tagesgeldzins ist von 2,50 auf 2,60 Prozent gestiegen. Das gilt für alle, mit und ohne PRIME+. Neu dazugekommen ist ein Festgeld: 2,75 Prozent auf zwölf Monate, 3,00 Prozent auf 24 Monate, ab einem Euro und ohne Höchstbetrag.
Der Unterschied, auf den es ankommt: Der Tagesgeldzins ist variabel und kann morgen fallen. Der Festgeldzins steht für die ganze Laufzeit fest.
Die andere Richtung
Am selben Tag hat sich der Handel verändert. Über gettex kostet eine Order jetzt 1,99 statt 0,99 Euro, also das Doppelte. Und PRIME+-Kunden verlieren dort den Gratis-Handel, den sie vorher ab 250 Euro Ordervolumen hatten.
Es gibt aber auch eine Entlastung, über die kaum jemand spricht: Der Handel über Xetra ist deutlich billiger geworden, von vorher ab 5,49 Euro auf ebenfalls 1,99 Euro. Und der hauseigene Handelsplatz EIX bleibt bei 0,99 Euro. Wer dort handelt, merkt von der Erhöhung nichts.
Die Einordnung dazu steht in meinem Beitrag zum Scalable Tagesgeld. Wichtig bleibt der alte Hinweis: Die Zinsen gibt es nur auf dem separaten Tagesgeldkonto, das du aktiv eröffnen musst. Das Verrechnungskonto im Depot ist seit April unverzinst.
3. Drei Lockzinsen sind still verschwunden
Und jetzt der Teil, den man leicht verpasst, wenn man nicht zufällig ins Konto schaut. Zum 31. August sind gleich drei Aktionszinsen ausgelaufen.
Was aus den Aktionszinsen geworden ist
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Niemand hat hier getrickst. Die Fristen standen von Anfang an fest, sie standen nur im Kleingedruckten. Und genau das ist der Punkt: Beim Abschluss liest man die große Zahl, beim Auslaufen bekommt man keine Erinnerung.
Ein Aktionszins ist ein Datum mit einer Zahl davor. Das Datum ist der wichtigere Teil.
Wer sein Geld nicht ständig umschichten will, schaut besser auf den Zins nach der Aktion. Die aktuellen Zahlen aller Anbieter stehen im Tagesgeld-Vergleich. Warum die tickende Uhr neben einem Angebot so gut funktioniert, habe ich diese Woche in der Reihe Durchschaut aufgeschrieben.
Außerdem diese Woche
Revolut hat Tether rausgeworfen. Wer USDT im Konto hatte, bei dem wurde es zum 31. August automatisch in Euro getauscht, ohne Rückfrage. Grund sind die europäischen Stablecoin-Regeln. Was das steuerlich bedeutet, steht im Beitrag zum Tether-Aus bei Revolut.
Die BaFin hat bunq, Wise und die BforBank bestraft, aus einem eher banalen Grund: Sie haben ihre Kontomodelle nicht an das amtliche Vergleichsportal gemeldet. Mit Geldwäsche hat das nichts zu tun. Die Summen sind klein, der Befund dahinter ist interessanter: Was die Bußgelder über Vergleichsportale verraten.
Was nächste Woche ansteht
Donnerstag, 10. September: die EZB entscheidet. Der Einlagensatz liegt aktuell bei 2,25 Prozent. Was dort passiert, wirkt sich mit ein paar Wochen Verzögerung auf Tagesgeld und Broker-Zinsen aus. Ich schaue mir das an und melde mich, wenn es für dein Geld etwas ändert.
30. September: Die ING-Aktion mit 3,75 Prozent plus 200 Euro Prämie läuft aus. Diesmal weißt du es vorher.
Bis dahin: genieß den Nachmittag, und lass dich von keiner tickenden Uhr hetzen. 😉
Tobi
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